Gamescom/Videospiele

Gamescom 2015 – Das Sommerloch ist gefüllt!

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Seit 2012 gehört die Gamescom fest zu meinem Sommerprogramm und noch nie hat sie mich enttäuscht. Und noch nie hat sie mich so überwältigt und begeistert wie diesmal, obwohl ich nur donnerstags da sein konnte.

Am Osteingang der koelnmesse stand ich gerade mal eine halbe Stunde vor Einlass und befand mich doch tatsächlich relativ pünktlich gegen 10 Uhr im Gebäude selbst und hatte einen relativ entspannten Weg zu meinem ersten, heiß ersehnten Ziel in Halle 6: Mirror’s Edge Catalyst.

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Weniger entspannt waren dann zum einen meine Wartezeit von etwa anderthalb Stunden (für Gamescom-Verhältnisse aber echt okay), zum anderen die kochende Wut auf Leute mit Fastpass. Gegen Ende der Schlange erwartete mich aber ein cooles Goodie und zwar ein temporäres Tattoo, ganz wie Mirror’s Edge Protagonistin Faith es am rechten Auge trägt.

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Die tragische Ironie:

tatTrotzdem sei gesagt, dass das Tattoo (am Handgelenk, wohlgemerkt) auch noch nach drei Tagen bombenfest hält!

Als ich gerade dachte, mein Ziel erreicht zu haben, wurde ich von scheißfreundlichen EA-Mitarbeitern in einen kleinen und den wohl leisesten Kinosaal aller Zeiten geschleust. Schätzungsweise vierzig Leute fanden darin Platz und sahen sich mit aufgesetzten Kopfhörern ein fünfzehnminütiges Video an, bestehend aus Trailer und Einführung zum Spiel. Schon dann fuhr der Hype-Train einmal quer durch meinen ganzen Körper: Das dystopische, aber doch so realitätsnahe Setting sowie die hinreißende Optik überzeugten mich auf ganzer Linie. Überrascht war ich dann doch von der simplen Steuerung. Das einzig Relevante sind Left Bumper und Left Trigger für Bewegungen nach oben (Springen, Klettern, etc.) und nach unten (Kriechen, Skill Roll, etc.). Das machte mich dann doch ein wenig skeptisch bezüglich des Anspruchs, den das neue Mirror’s Edge bietet und auch als ich endlich Hand an das Spiel legen durfte, fühlte ich mich nicht besonders gefordert. Für den Moment aber total egal, denn sowohl während der Cutscene am Anfang als auch während der eigentlichen Spielzeit, in der ich nach einer Quest machen durfte, was ich wollte, stand ich gebannt vor dem Monitor und freute mich über jede einzelne Sekunde, die ich in dieser Welt verbringen durfte (trotz unliebsamem Xbox-Controller). Das Spiel lebt von Faiths flüssigen Bewegungen und dem Gefühl von Leichtigkeit, das man bekommt, wenn man First Person leichtfüßig über die Dächer der City of Glass springt. Außerdem grandios: Keine nervigen Ladebildschirme! Als Fan des Minimalismus sind die Visuals für mich auf jeden Fall zusätzlich ein riesengroßer Pluspunkt. Was mich zudem unfassbar freut, ist, dass es keine Schusswaffen geben wird, die Faiths Dynamik stören könnten. Es hat wirklich großen Spaß gemacht, Mirror’s Edge Catalyst zu spielen. Danach war und bin ich immer noch so euphorisiert, dass ich mir fest vorgenommen habe, dem Videospielehändler meines Vertrauens am Releasetag (26.02.2016) einen Besuch abzustatten.

Weil ich für eine bloße Quantum Break Präsentation nicht mehrere Stunden anstehen wollte, begab ich mich zu Ubisoft, um mir Assassin’s Creed Syndicate anzusehen. Ehrlich gesagt habe ich den Hype um Assassin’s Creed nie so ganz verstanden, vor allem weil selbst eingefleischte Fans eingestehen müssen, dass im Prinzip Jahr für Jahr das gleiche Konzept auf einen anderen historischen Kontext projiziert wird. Trotzdem verbrachte ich auch ungefähr anderthalb Stunden in der Schlange, machte währenddessen sogar einige Bekanntschaften, und durfte dann nach einer wirklich sehr kurzen Cutscene gleich ins Spiel starten. Auch hier spielte ich eine Quest vom Anfang des Spiels, die wirklich Spaß gemacht hat, doch bis heute scheint es mir schier unmöglich bis zum Ziel nur unter fünf Menschen umzubringen. Vielleicht ist Stealth nicht ganz mein Ding, aber ich war wirklich sehr schnell fertig und erstaunt darüber, dass es das gewesen sein sollte. Auch als ich mich auf den Bildschirmen der anderen Spieler umsah, stellte ich fest, dass viele schon zum zweiten Mal angefangen hatten, worauf ich nicht besonders viel Lust hatte, also verließ ich relativ schnell den Raum. Ich war ernüchtert vom ziemlich trockenen und kurzen Spielerlebnis und auch England während der Industriellen Revolution konnte das nicht ändern. Vom Open World Feeling habe ich zwar nichts spüren können, aber die Kämpfe haben doch Lust auf mehr gemacht, obwohl der „Trick“ bei der Sache einfach nur stumpfes Buttonsmashing war. Assassin’s Creed Syndicate wird es mit relativ großer Wahrscheinlichkeit in meine Videospielsammlung schaffen, wobei der primäre Grund meine Verzweiflung bezüglich der herannahenden Spielereleases ist. Meine großen Hoffnungen Persona 5 und Shenmue III lassen nämlich noch bis Ende 2015 bzw. 2017 auf sich warten.

Neben der monumentalen Anzahl von zwei Spielen, die ich dieses Jahr testen durfte, hielt ich mich des Öfteren in Halle 8 bei der Green Zone der RocketBeans auf. Von dort aus streamte das Team um die Gründer Daniel Budiman, Etienne Gardé, Arno Heinisch, Nils Bomhoff/Bornhoff und Simon Krätschmer die meiste Zeit live auf Twitch, womit es auch phantastische Inhalte bieten konnte, wie z. B. ein Interview mit Square Enix über das neue Deus Ex Mankind Divided. (Link dazu: https://www.youtube.com/watch?v=ECJI5Kz84vI) Außerhalb der Green Zone, die eigentlich nichts anderes war als eine relativ große Glasbox, bekam man davon aber nichts mit.

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Umso mehr freute mich dann, dass ich jedes Mal, als ich dort vorbeikam, eine andere Bohne antreffen konnte und so mit acht Menschen aus dem Team ein kurzes Pläuschchen führen und ein Photo machen konnte. Und ich kann wirklich sagen, dass all diese Menschen superfreundlich waren und ich mir nicht vorstellen kann wie man einen besseren Umgang mit seiner Community pflegen könnte. Sowohl die Menschen vor als auch die hinter der Kamera haben sich all die Zeit genommen, die sie brauchten, um jeden zufrieden zu stellen. Dafür meinen Respekt und ein großes Dankeschön an alle, die ich treffen durfte (Simon, Dennis R., Hannes, Alwin, Ben, Etienne und Schröck, der mich liebevoll mit einem „Du bist ja immer noch hier!“ aus meinem Halbschlaf riss, aber vor allem an Dennis H., der mit mir über den Mythos „Trant performt ‚Looten & Leveln‘ live“ rätselte und so nett war, als ich das hart erkämpfte Ticket für die Fantastic Four Vorstellung am Samstag zurückgeben musste). In Halle 5.1 machte ich dann den Merchandise-Stand der RocketBeans um ein Eduard Laser Poster ärmer. Ich weiß nicht, wie ich mich je ohne dieses Schmuckstück in meinen vier Wänden wohlfühlen konnte.

Ein Liveauftritt von Rockstah verpasste meinem diesjährigen Gamescom-Erlebnis den krönenden Abschluss, auch wenn seine Stimme am Anfang gefühlt tausendmal lauter war als der Beat war und er daran scheiterte, R-O-C-K-S-T-A-H zu buchstabieren.

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Am Donnerstagabend ließ ich meinen Köln-Aufenthalt mit zwei Freunden bei dem obligatorischen Kölsch ausklingen, wobei ich mich wirklich wundere, warum das so klein serviert wurde. Ist es normal, Kölsch im 0,33 Format zu trinken? Bin ich bloß die unrealistischen süddeutschen Verhältnisse gewohnt? Das Bier war zudem noch maßlos überteuert, aber was hätte ich anderes erwarten können..?

Insgesamt bin ich wirklich angetan von der diesjährigen Gamescom. Endlich hat sie auch bei mir ihren Zweck vom Zum-Konsum-Drängen erfüllt und der Hype-Train hat einen sicheren Bahnhof bei mir gefunden. Gut klimatisiert waren die Hallen übrigens auch, weshalb die großen Menschenmassen zumindest mich kaum gestört haben. Vielleicht könnte man die Ausstellungsräume um ein oder zwei Hallen erweitern, um Gedränge und Enge zu vermeiden, vor allem wenn es zukünftig zu noch größeren Ausmaßen der Gamescom kommen sollte. Ich bin wirklich froh, dort gewesen zu sein und nicht eine der armen Seelen gewesen zu sein, die auf die Nachmittagstickets hoffen mussten oder gar zu Hause geblieben sind. Auch nächstes Jahr werde ich dann zum fünften Mal in Folge nach Köln kommen, um mir auf der größten Spielemesse Europas eine ordentliche Dopaminladung abzuholen. Auf bald und Kölle alaaf! Oder so.

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